Als mir (Karin) Anfangs Winter eine eingesessene Schweizer-NewYorkerin geraten hat, eine richtig warme Winterjacke zu kaufen, die auch Po und Beine vor Kälte schützt, hab ich mir noch gedacht, "so schlimm wird's ja wohl nicht sein". Etwas widerwillig hab ich mir eine schlafsackähnliche Daunenjacke zugelegt, und schon bald hab ich sie von ganzem Herzen geliebt! Denn der Wind bläst hier bissig-kalt durch die Strassen und Hochhäuserschluchten! Zusätzlich hat uns Frau Holle rekordmässig viel Schnee beschert. So hat die Schneemenge alleine im Monat Januar bereits das Doppelte erreicht, was normalerweise in einem ganzen Winter zusammenkommt. Darum steht eins fest: Wir können's kaum erwarten, bis es FRÜHLING wird! :-)
"Here again?" So wurde unser nächster Gast vom Concierge im Student-Housing begrüsst. Nein, es ist der andere :-). Zusammen mit Raphi haben wir das New Yorker Nachtleben ausgekostet - ein langes, intensives, hopfen&malziges, schönes Wochenende lang! Hat Spass gemacht, Bruderherz/Schwager :-). Gemeinsam haben wir uns den Super Bowl, das Finale der American-Football-Profiliga, angeschaut. Es ist weltweit eines der grössten Sportereignisse und erreicht in den USA regelmässig die höchsten TV-Einschaltquoten des Jahres. Im Gegensatz zu Baseball fanden wir es auch ganz spannend. Da wird gekämpft und gerannt, und dem Zuschauer wird Action mit viel Manneskraft geboten! Ebenso heiss begehrt ist der Super Bowl bei zahlungskräftigen Unternehmen, um ihre Werbungen in den Spielpausen platzieren zu können. Die meisten TV-Spots werden speziell für diese einmalige Ausstrahlung produziert, und die Unternehmen zahlen für einen Werbeplatz bis zu drei Millionen US-Dollar. Wir fanden einen Spot besonders amüsant - ihr findet ihn hier.
Wir können es nicht unterlassen, eine weitere kritische Supermarkt-Story zu bringen, denn: so richtig trauen wir der gesunden Ware da nicht! Es ist kaum zu glauben, wie lange Rüebli und Co. frisch bleiben im Kühlschrank. Was in der Schweiz langsam aber sicher davon kriechen würde, sieht hier immer noch herrlich Orange und knackig aus. Wir möchten gar nicht wissen, was da alles gespritzt und zugesetzt wird, um diese lange Haltbarkeit zu erreichen!
Viele bringen mit New York nur gerade Manhattan in Verbindung, und die anderen 4 zu New York gehörenden Neighbourhoods (Brooklyn / Queens / Bronx / Staten Island) gehen vergessen. Da böse Zungen behaupten, dass man nach Staten Island nur fährt, um die Skyline von Manhattan zu bestaunen (was wir bereits getan haben und bestätigen können, dass sich die Skyline wirklich von einer schönen Seite zeigt), und mahnende Zungen meinen, dass man einige Zonen in der Bronx besser meidet, weil sie als nicht ganz sicheres Pflaster gelten, haben wir entschieden, uns in der verbleibenden Zeit Brooklyn und Queens noch etwas genauer unter die Lupe zu nehmen... Ein Ausflug hat uns nach Red Hook in Brooklyn geführt. Einer der wenigen Orte in New York, der mit ÖV's nicht ganz einfach zu erreichen ist, sondern "nur" per Bus (oder zu Fuss von einer relativ weit entfernten Subway-Station). Auch wenn die Freiheitsstatue seit über einem Jahrhundert diesen Ort fixiert, hat ihm sonst lange niemand wirklich Aufmerksamkeit geschenkt. Bekannt als Hafenarbeiterviertel und geprägt durch brüchige Kopfsteinpflaster-Strassen hat es seit Neuerem grosse Warenhäusern wie IKEA angezogen. Und auch wenn es bei Künstlern beliebt ist wegen den günstigen Atelier-Mieten, ist es aufgrund der Abgelegenheit nicht dem Ansturm unzähliger Tief-Mieten-Suchender verfallen. Vielleicht fragt sich nun der eine oder andere, ob es sich denn gelohnt hat, einen Ausflug da hin zu machen. Ja. Erstens, weil wir ein spannendes, historisches Tram-Depot entdeckt haben (Überbleibsel des gescheiterten Versuchs in den 80ern und 90ern, Trams auf New Yorks Strassen zu bringen), und zweitens, weil wir in den Genuss eines sündhaft guten Key Lime Pie kamen :-).
Fotos Red Hook
Wir haben das letzte Mal über die "I love NY"-Kampagne berichtet, welche unter anderem New York vor dem Bankrott gerettet hat. Wenn wir heute durch Manhattans Strassen gehen, eine unvorstellbare Situation. Genauso wie die Berichte über New York in den 70ern und 80ern, wonach einige Parks als Drogenumschlagpätze dienten und am Times Square hauptsächlich Pornoläden zu finden waren. Dieser Wandel wird vor allem mit der "Zero Tolerance Policy" erklärt, welche der ehemalige Bürgermeister Rudolph Giuliani in den 90ern verfolgte. Danach wurden auch kleinste Übertretungen rigoros verfolgt und geahndet. Auch wenn wir uns nun in New York extrem wohl fühlen, hören wir immer wieder, dass diese Strategie letztlich bloss zu einer Verschiebung des Problems geführt hat. Während die Kriminalitätsrate in Manhattan rapide sank, stieg sie z.B. in Newark, einem Vorort von NYC, dramatisch an. Und auch die Bewohner von San Francisco werden heute nicht mehr so gut auf New York zu sprechen sein. So soll Giuliani veranlasst haben, dass den Obdachlosen in New York ein Fahrticket nach San Francisco in die Hand gedrückt wird - ein Einweg-Ticket.
Time flies when you're having fun! Bereits liegen 7 Monate New York hinter uns. Wir freuen uns auf die noch verbleibende 3-monatige Entdeckungsreise.
New York getting around
New York abstrakt