NEW YORK - was macht diese Stadt so einzigartig? Wie lebt, wie studiert & wie arbeitet es sich hier? Warum ist New York meistens grossartig, eine Stadtflucht ab & zu aber unausweichlich? Und - sind 10 Monate genug, um diese Stadt wirklich zu entdecken?

Wir sind dabei, Antworten auf diese Fragen zu finden...


Dienstag, 5. April 2011

März 2011

"How are you today?" "How's it going?" "How do you do?" Diese Begrüssungsfragen sind in den USA allgegenwärtig. Im Laden. Im Lift. Am Entrance Desk. Und auch der vollbärtige "Homeless" begrüsst mich (Karin) morgens mit einem freundlichen Lächeln so, wenn ich an seinem Stamm-Corner vorbeilaufe. Die Antworten darauf sind nicht sonderlich schwierig zu finden: mit "good", "great", "fine, thank you" ist man voll dabei. Eine grössere Herausforderung hingegen sind Antworten auf die Fragen: "What's up?" oder "Hey, what's going on, man?" Wir haben uns von einer amerikanischen Studentin beraten lassen. "Nothing" ist nicht angebracht, denn dies ist definitiv zu langweilig. Selbstverständlich will aber auch niemand über dein ganzes Leben Bescheid wissen und auch nicht, was wirklich bei dir gerade alles los ist. Also wählt man die goldene Mitte, und die korrekte Antwort lautet: "not much" :-).

Die kulinarische Welt-/Entdeckungsreise durch New York macht uns nach wie vor grossen Spass! Unter anderem hat sie uns im März ins Restaurant "Peking Duck House" in Chinatown geführt. Wie der Name bereits verrät, geht man dahin, um "Peking Duck" zu kosten. Die Zubereitung der Ente gilt als eine der anspruchsvollsten Chinesischen Kochkünste und nimmt einige Zeit in Anspruch! Das Prädikat "exzellent" kann erteilt werden, wenn die Haut schön knusprig und das Fleisch butterzart ist. Und wir können bestätigen, dass der Chefkoch sein Metier im Griff hat! Serviert mit Pfannkuchen, Frühlingszwiebeln und Gurken, schmeckt die Ente ausserordentlich gut. Im anschliessenden Video findest du den Chefkoch in seinem Element. Info für Vegetarier: Dieses Video enthält explizite Fleisch-Szenen; Info für Fleisch-Esser: Dieses Video macht dich evtl. zum Vegetarier! (Der Download könnte eine Weile dauern, wie schon beim letzten Video "Rush Hour" vom Januar).

Video Peking Duck

Auch wenn es in NYC zig Möglichkeiten gibt, authentische Köstlichkeiten aus der ganzen Welt zu geniessen, passiert es manchmal - wenn auch sehr selten -, dass doch eine gewisse Amerikanisierung stattgefunden hat. So werden die Bretzel, welche an den zahlreichen mobilen Ess-Ständen (Pushcarts) angeboten (und hier "Pretzel" genannt) werden, auf Wunsch mit Senf serviert. Ausserdem ist es uns schon mehrfach passiert, dass zum Espresso ein Stückchen Zitronenschale serviert wurde. Wir haben uns immer wieder gefragt "warum wohl?" Diese Frage konnte uns der Italiener in John's Pizzeria beantworten. Einigen New Yorkern sei der authentische, italienische Espresso zu stark/bitter. Jedoch wollen sie es vermeiden, Zucker in den Espresso zu schütten. Also geben sie etwas aus der Schale gepresstes Zitronenöl bei, welches dem Espresso die Bitterkeit nehme. Natürlich schüttelt der Italiener darüber den Kopf... zu Recht, finden wir, denn was geht über einen echten Espresso wie in Bella Italia?

New York bekommt Nachwuchs! Da, wo auf Manhattaner Seite die Brooklyn Bridge beginnt, entsteht das "Gehry Building". Ausgeführt werden muss nur noch der letzte Schliff. Beim Studieren der Mietinformationen mussten wir zugeben, dass die Aussicht aus den oberen Stockwerken wohl diejenige unseres geliebten Löftchen toppt! Das architektonische Meisterwerk überzeugt uns, denn es hat einen eigenen, modernen Stil. Wenn man dort oben wohnt, ist ein überzeugtes AWESOME beim jeweiligen Eintreten in die Wohnung und Blick aus dem Fester durchaus angebracht! :-)

Fotos Gehry Building

Für uns gibt es zwei typische New Yorker Verhaltenseigenschaften: Die Leute in New York sind einerseits bemerkenswert hilfsbereit! Stehst du zum Beispiel mit einer Karte am Strassenrand, dauert es keine 2 Minuten, und dir wird Hilfe angeboten. Verweilst du im Supermarkt vor dem Honiggestell, kann es durchaus vorkommen, dass jemand stehen bleibt und dir erklärt, welche Sorte er bevorzugt und warum. Oder musst du in der Subway niesen, streckt dir die Nachbarin eventuell ein Papiertaschentuch hin. Was du andererseits aber ganz bestimmt nicht erwarten darfst, ist Ausweich-Toleranz auf dem Trottoir. Das Motto lautet vielmehr, ohne "Pardon" zielgerichtet loszumarschieren und wo nötig anzurempeln. Da hilft nur, entweder ständig komplett zur Seite zu rücken oder es halt mit auf den Boden gerichtetem Blick den New Yorkern gleich zu tun.

Time flies when you're having fun! Bereits liegen 8 Monate New York hinter uns. Wir freuen uns auf die noch verbleibende 2-monatige Entdeckungsreise.

Und nach den typischen Begrüssungsformen nun noch eine gebräuchliche Abschiedsfloskel: "HAVE A GOOD ONE!"

New York abstrakt
New York getting around